Posterous theme by Cory Watilo

Heidelberger Schlossweihnacht

Heute erreichte mich ein kleiner vorweihnachtlicher Gruß von der lieben Mademoiselle Coccinelle. Was habe ich mich darüber gefreut! Feinstes Selbstgebackenes zum Naschen und leckerer Tee. Und das Ganze so schön originell und lieb verpackt:

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Mit so vielen charmanten Leckereien können meine Backkünste bei weitem nicht mithalten, dennoch habe ich es auch dieses Jahr wieder einmal versucht. Allerdings reichte mir die Arbeit, die ich mit den drei ausgesuchten Rezepten hatte, bereits wieder für ein Jahr. Ich versuchte mich an Chili-Schoko-Talern, die zumindest als Schoko-Taler durchgehen (Notiz an mich selbst: Nächstes Mal mehr Chili! Oder anstatt Pulver eine Schote.), an Linzer Törtchen und an Kaffee-Sand (Hier nicht im Bild.) Mit dem Teig des Kaffee-Sands hatte ich ziemliche Mühe. Besser vielleicht man lässt ihn über Nacht kalt stehen als nur drei Stunden, da der Teig sonst zerfällt, wenn man ihn nur schief anguckt und das ist bei einem Schichtkeks (!) eine echte Katastrophe. Geschmacklich kann man nichts sagen, aber für die Optik schäme ich mich so, dass es kein Bild davon gibt. (-.-)'

Wer Interesse an den Rezepten hat, kann mich gern kontaktieren.

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Ehrlich gesagt lass ich mich von der aufgezwungenen Adventsstimmung bisher nicht sehr mitreißen. Auf überfüllte Weihnachtsmärkte mit Wok-Pfannen anstatt Besinnlichkeit habe ich keine Lust. Ich erinnere mich an einen Abend nach dem jüngsten Internationalen Filmfestival, was im Garten des Heidelberger Schlosses stattfand. Flanieren durch den Schlosshof. Darin eine leuchtender Weihnachtsbaum. "Welch schönes Ambiente das für ein Weihnachtsmarkt wär' ..."
Kurz darauf sprang es mir auf einem Plakat ins Auge: Heidelberger Schlossweihnacht. Und tatsächlich: Vom 1. bis 6. Dezember war, zwar nicht im Hof, aber immerhin auf der Gartenterrasse eine kleine Welt aus Kunsthandwerk und Gemütlichkeit aufgebaut.
Ich schnappte mir drei Kolleginnen, die allesamt von der Idee, diesen Weihnachtsmarkt zu besuchen, begeistert waren. Überall glitzerten kleine Details hervor, die das ein oder andere "Oh" und "Ah" entlockten. In Zelten verkauften Händler ihre Waren, vor allem Sachen, die man auf üblichen Märkten eher nicht zu sehen bekommt: Blech-Tiere für den Garten, hübsche Vogelhäusschen, Stoffe und Stoffwaren, Bio-Seifen. Qualitativ alles etwas hochwertiger, auch wenn sich das jetzt alles nach Nippes anhört. Man muss es ja nicht kaufen. Mir reicht angucken schon völlig aus. Spart man doch das Geld lieber für kulinarische Entdeckungen wie den leckeren Flammlachs (über offenem Feuer geräucherter Fisch) oder Schwarzer Johannisbeer-Glühwein. Beim Anblick des Grünen Glühweins habe ich auch nicht schlecht gestaunt. Der beinhaltet (weißen) Glühwein, Orangensaft und Blue Curaçao. Ich kenne es als kalten Cocktail, allerdings mit Sekt anstatt Wein. Nun, auf's Kosten haben wir allerdings verzichtet, da der bestimmt ordentlich reingehauen hätte und wir ja schon Glühwein getrunken hatten. Aber der lässt sich ja im heimischen Hexenkessel schnell selbst zusammenbrauen.
Jetzt könnt Ihr noch ein paar Impressionen von dem schönen Ambiente genießen:

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Zum Schluss noch ein kleines Fotos meines temporären Mitbewohners. Dieses kleine Kerlchen, seines Zeichens Knopfschwanzgecko, ist bei mir kurzfristig untergekommen bis er ein neues Zuhause gefunden hat. Wenn ich Platz für ein entsprechend großes Terrarium hätte, würde ich ihn gar nicht mehr gehen lassen, so süß ist er.

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Ein neues Zuhause für den Sonnentau

Nachdem mein kleiner Gregor Samsa sein neues Wüstenterrarium bekommen hat, sollte nun auch mein Sonnentau (Drosera capensis) umziehen. Ein gewöhnlicher Blumentopf schien mir zu langweilig. Erst dachte ich an ein gläsernes Gefäß und streifte auf der Suche nach einem geeigneten Behältnis durch das Nanu Nana. Doch dort kam mir dann eine neue Idee als ich die kleinen Holztruhen entdeckte. Eine Schatzkiste für meinen fleischfressenden Liebling. Das wäre doch was. Ein originelles Dekorationselement, dass sich gut in das Wohnungsflair einfügen lässt.

Bevor ich die Pflanze einsetzen konnte, musste ich mir noch etwas einfallen lassen wie ich das Holz vor der Dauerfeuchtigkeit, die der Sonnentau benötigt, schützen konnte. Ich schnitt aus einer etwas stärkeren Plastiktüte ein Stück, dessen Maße ich vorher ermittelte, heraus und klebte es mit einem Kraftkleber in die Box. Zeit für eine Kaffeepause bis der Kleber getrocknet war. Danach konnte ich die bei Dehner erstandene Carnivorenerde einfüllen und die Pflanze hinein setzen. Auch wenn Carnivorenerde schwer zu bekommen ist, empfehle ich ausschließlich diese beim Umtopfen von Fleischfressern. Dehner verkauft ein Eigenprodukt mit Anteilen von Hochmoortorf und einem säuerlichen ph-Wert. Ein guter Ersatz für die in der Natur als Zuhause dienende Sumpfumgebung. Reiner Torf ist wohl noch schwerer zu bekommen, glaubt man der Fachkraft aus dem Baumarkt, in dem ich ebenfalls nach Carnivorenerde frug.

Jetzt hoffe ich, dass mein Sonnentau groß und stark wird und sich schön in seinen neues Nest eingewöhnt. :-)

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Coming in, Going out

Die Disco ruft! Das passende Outfit habe ich sogar schon gefunden:

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Heute abend wird das "Super Schwarze Gothic Model 2011" gekürt. Im Internet konnte man sich im Vorfeld die sowohl weiblichen als auch männlichen Kandidaten anschauen und für seinen Favoriten abstimmen. Heute präsentieren sich die Models auf dem Laufsteg einer Jury. Ich denke, das wird ganz spaßig. Und ordentlich Musik zum Abtanzen gibt es auch noch. In dem Sinne: Party on, Wayne!

Trick or Treat

Boys and girls of every age
Wouldn't you like to see something strange?
Come with us and you will see
This, our town of Halloween

This is Halloween, this is Halloween
Pumpkins scream in the dead of night
This is Halloween, everybody make a scene
Trick or treat till the neighbors gonna die of fright
It's our town, everybody scream
In this town of Halloween

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Wie ein Herbsttag beginnt

Über den Feldern liegt Nebel – blickdicht, geisterhaft. Er verschluckt die Bäume, die wenigen auf den Feldern. Nur ihre knochigen Äste ragen aus dem Meer aus Nichts.
Plötzlich blitzt die blutrote Sonne hinter den Bergen hervor und taucht die verträumte Landschaft in ein malerisches Idyll. Wie ein sanfter Schleier umhüllt das purpur Licht die Bäume, den Nebel und alles, was gerade erwacht. Der Tag ist bereit. Bereit, allen existierenden Lebewesen neue Herausforderungen zu stellen.

Brooms and cats and pitch-black hats

Die heutige Herausforderung bestand aus Kürbis schnitzen, Gruseldeko rauskramen und kreativen Kochideen. Halloween!!! Ein freudiges Ereignis, dass im Begriff ist, den hierzulande eher verbreiteten Reformationstag, der auf das selbe Datum fällt, zu verdrängen.

Das schöne an Halloween ist, dass man endlich einmal eklige Dinge zubereiten oder aufhängen kann ohne als sonderbar zu gelten. Daher standen auf unserem Essensplan ein paar, sagen wir, unübliche Speisen. Als Hors d'oeuvre fanden die vereiterten "Wurstfinger" großen Zuspruch. Zum leckeren Backkräuterkäse gab es Halloween-Kartoffelfiguren und – das darf nicht fehlen – Kürbisgemüse. Dazu wurde ein köstlicher leichter Rosé kredenzt. Die Nachspeise bestand aus mit Würmern und Augen gepimpter Götterspeise.

Zwar bin ich grundsätzlich ein Fan von dezenter Dekoration, aber bei einigen kleinen Nettigkeiten kann ich dann auch nicht nein sagen. So zum Beispiel bei dem süßen Teufel-Windspiel, was ich kürzlich bei Caleidolex erstanden habe. Damit haben wir sprichwörtlich den Teufel an die Wand gemalt.
Neben der selbstverständlichen Kürbisgrimasse leistete uns noch eine lebende Vogelspinne Dekorationsdienste. Sehr authentischer Gruselfaktor! Jedenfalls für viele Menschen, vor allem für die trick-or-treaters, die an unserer Türe klingelten. Kleine Mädchen in Hexenkostümen lassen sich besonders gut mit einer Spinne im Glas erschrecken. Aber ganz so böse sind wir ja dann doch nicht. Süßigkeiten haben sie trotzdem bekommen.

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Als Abendunterhaltung gab es stilecht erst einen Zombiefilm und dann Shadow of the Vampire mit John Malkovich, einen Regisseur spielend, der über Leichen geht, und Willem Dafoe als blutsaugenden Finsterling. Sehr unterhaltsam und wirklich komisch.

Mal sehen, was ich mir für das nächste Jahr einfallen lasse. Ich freue mich schon darauf, wenn es wieder heißt: Süßes oder Saures!

Wenn ich ein See seh', brauch' ich kein Meer mehr

Da hatten wir wohl Glück. Ende letzter Woche bescherrte uns unser geliebtes Zentralgestirn noch einmal ein paar warme Tage. Eine gute Gelegenheit die bereits oft aus Schlechtwettergründen verschobene Idee, mal wieder an den Badesee zu fahren, zu realisieren. Kurzerhand am Freitag nachmittag zwei Kolleginnen geschnappt und in das 20 Minuten entfernte Heddesheim gefahren. Pünktlich 17.30 Uhr eingetroffen. Das heißt, wir bezahlten den Abendtarif von zwei anstatt den üblichen Tagestarif von - Achtung! - ... drei Euro. Ab 19 Uhr ist die Kasse sogar geschlossen. Nach meinem Verständnis bedeutet das, dass man danach noch bis Badschließung um 20 Uhr eine Stunde kostenlos rein darf.

Der 200.000 m² große Baggersee (davon werden 50.000 m² als Schwimmbereich genutzt) wurde durch ein beheizten Kinderplanschbecken und ein ebenfalls beheiztes Nichtschwimmerbecken ergänzt und zu einem Freibad ausgebaut. Beide Becken befinden sich recht nahe am Eingang, so dass die rund 50.000 m² große Liegefläche von Kindergeschrei weitesgehend verschont bleibt und man in Ruhe entspannen kann, selbst wenn das Bad in der Hochsession sehr gut besucht ist.
Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es zwei Kioske. Einer davon ist mit einer Cocktaillounge und Korbmöbeln ausgestattet. Recht nett. Für sportliche Betätigungen außerhalb des Wassers stehen Tischtennisplatten, eine Minigolfanlage und eine Spielwiese für Beach-Volleyball, Badminton usw. zur Verfügung.

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Alles in allem beste Voraussetzungen um eine stressvolle Arbeitswoche ausklingen zu lassen. Der Sprung ins kalte Nass sorgte für die richtige Abkühlung und nötige Bewegung. Mit einer angenehmen und erfrischenden, aber nicht zu kalten Wassertemperatur ließ es sich sehr gut ein paar Bahnen schwimmen. Ein anschließendes Sonnenbad trug ausgleichend zur Entspannung bei. Das kleine I-Tüpfelchen war der von meiner Kollegin mitgebrachte leckere Apfelkuchen, den wir auf der Wiese vernaschten während wir den Kondenzstreifen am blauen Himmel beim langsamen Verschwinden zusahen. Urlaubsfeeling pur! Ich frage mich, ob es dieses Jahr noch einmal eine Möglichkeit zum Baden geben wird. Denn kaum ist dieser kurze Sommer vorbei, steht schon der Herbst mit seinem unbeständigen Wetter vor der Tür. Nicht dass dieser nicht auch seine Reize hätte. Aber diese liegen eben woanders. So zum Beispiel bei einem gemütlichen Abend mit einer Tasse Tee und einem guten Film, wenn es draußen regnet und stürmt. Aber bevor es soweit ist, lasse ich noch ein bisschen die Nachwirkungen des Sommers über mein Gemüt hüpfen.

Mein neuer Mitbewohner

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte ... Nein, das ist wohl doch nicht so der richtige Einstieg ... Soweit ich weiß war mein neuer Mitbewohner schon immer so, seit seiner Geburt und hat sich nicht erst in das verwandelt, was er ist. Und Handelsreisender ist er schon gar nicht. ...

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Ja, richtig, bei meinem neuen Kompagnon handelt es sich um einen Weißrand-Raubkäfer (Anthia cinctipennis). Diese spektakuläre Käferart kommt nur an zwei Stellen auf der Erde vor: auf der Nord- und auf der Südhalbkugel ... Ha ha, ich Scherzkeks. Tatsächlich ist sie in der afrikanischen Kalahari-Wüste beheimatet. Und durch eine kleine glückliche Fügung wohnt nun auch ein Exemplar bei mir. Ich habe das Kerlchen von einem Freund übernommen, der es wiederum selbst nur adoptiert hatte. Im Grunde ist das ca. 6 cm große Tierchen recht anspruchslos. Man sollte lediglich darauf achten, dass es im Terrarium nicht zu feucht wird. Schließlich ist hohe Luftfeuchtigkeit nicht gerade kalahari-like. Wie oft ich ihn füttern muss, muss ich noch beobachten. Auf dem Speiseplan stehen kleine Grillen. Zumindest scheint er auf Süßigkeiten zu stehen. An dem Bananen-Stückchen hat er sehr genüsslich gekaut. Ich freu mich jeden Tag über den kleinen Kerl und beobachte gern sein Treiben. Insektenphobiker werden es mir wahrscheinlich nicht glauben, aber es sieht einfach niedlich aus, wenn der Käfermann seine Fühler putzt oder eines seiner sechs Beinchen durch den Lüftungsspalt im Terrarium steckt als ob er Hallo sagen wöllte. Ich hoffe inständig, dass er sich wohlfühlt und mir noch eine Weile erhalten bleibt. Leider weiß niemand wie alt der Kleine ist.

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Kommt ein Vogel geflogen ...

setzt sich nieder auf mein ... Fensterbrett?!

Einen ungewöhnlichen Übernachtungsgast bescherrte mir der vergangene Sonntagabend. Da die Baumaßnahmen an unserem Wohnhaus endlich vorüber und meine Fenster nicht mehr mit einer Plastikfolie abgeklebt waren, genoss ich es regelrecht die frische Sommerluft durch das weit geöffnete Fenster in meine Wohnung strömen zu lassen.
Nichtsahnend saß ich auf meiner Couch und studierte das Fernsehprogramm als ich ein kurzes Flattergeräuch wahrnahm. Dachte mir nichts weiter dabei. Es wird ein Vogel am Fenster vorbei geflogen sein. Nichts sonderbares.
Einige Momente später lief ich in Richtung Fenster um irgendetwas zu holen. Als ich aufschaute entdeckte ich plötzlich ein in die Ecke geknietschtes graues Wollknäuel auf dem Fensterrahmen sitzen. Ich erschrak kurz. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich näherte mich etwas und befand mich unversehens auf Augenhöhe mit einer ... ja, Taube.

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Diesem Tier, dessen Artgenossen abwertend als geflügelte Stadtratten bekannt sind, war ich etwas skeptisch gegenüber. Schließlich gibt es das Vorurteil, dass besonders Tauben unschöne Krankheiten übertragen können. Sie gelten gar als schmutzig. Doch diese Taube sah nicht aus wie jene die man von menschenüberlaufenen zentralen Plätzen in Großstädten kennt. Außerdem schaute sie zwar aufmerksam zu mir als ich näher kam, schien aber keine Angst zu haben. War sie womöglich Kontakt mit Menschen gewöhnt? Kurioserweise hatte ich am Tag zuvor in der Kindersendung des Deutschland-Radios, dem Kakadu, eine Reportage über Brieftaubenzüchtung gehört. Dabei habe ich gelernt, dass Brieftauben zwei Ringe an den Füßchen tragen. Auf dem einen Ring steht eine ID-Nummer, die den Züchter eindeutig identifiziert und auf dem anderen die Telefonnummer des Züchters, damit man ihn schnell informieren kann, wenn man eine seiner Tauben findet und die womöglich verletzt ist.
Mit diesem Wissen bewaffnet betrachtete ich den geflügelten Besucher etwas genauer und siehe da: Tatsächlich zwei Ringe an den Füßen. Was jetzt, Herr Specht?! ... Verzeihung, Taube. Einfangen oder Sitzen lassen? Verletzt schien das Tier nicht zu sein. Sie ruhte sich also nur aus. Dennoch, die Neugier siegte. Wo kam das Tier her? Wie weit war es geflogen? Um das herauszufinden, musste man die Nummern, die auf den Ringen standen, haben. Also, kurzerhand das Tier eingefangen ... na ja, versucht, es einzufangen. Von dieser Idee war das Täubchen nämlich alles andere als begeistert und flatterte nun in meiner Wohnung hin und her, ließ sich ab und zu nieder, tapste über das Laminat um irgendwann Halt im Bücherregal zu machen und ein kleines Chaos zu veranstalten, sodass dort gelagerte Medien herausfielen. Schlimmer als eine Katze, dachte ich.
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Irgendwann war sie dann sicher gepackt. Das Daunengefieder ist so unendlich flauschig, wie das Rückenhaar eines Engels. Schnell die Nummern notiert und den Vogel wieder auf seinen Platz gesetzt. Als nächstes surfte ich auf die Seite des Verbands Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. um nach dem Züchter zu recherchieren. Die Züchter-ID begann mit CH. Oha, eine Brieftaube aus der Schweiz! Auf der Webseite kann man zunächst die Telefonnummer eines sogenannten Vertrauensmannes in der Umgebung herausfinden. Diesen angerufen, obwohl ich es schon recht spät für sonntägliche Anrufe fand. "Lassen Sie die Taube sitzen und stellen sie ihr etwas Wasser und zu fressen hin." Okay, gesagt, getan. Ein Schälchen mit Wasser ist schnell gemacht. Doch für die kulinarische Erstversorgung einer Taube bin ich nicht gerüstet. Vogelfutter hatte ich nicht. Toastbrot war nach anfänglicher Erwägung eher ungeeignet. Also lief es auf Linsen und Reis hinaus. Trotz dem die Schälchen im unmittelbaren Sichtfeld der Tauben aufgestellt waren, ignorierte sie sie zunächst.
Weiterhin meinte der Mann am Telefon, die schweizerische Nummer hätte nichts zu sagen. Der Züchter kann trotzdem aus Deutschland sein, nur gehört er wohl zum Schweizer Brieftauben Verein. Also mal nach der Telefonvorwahl des Züchters recherchiert. In der Tat: Südliches Baden-Württemberg an der Schweizer Grenze. Um dem sicherlich besorgten Züchter wissen zu lassen, dass sein Täubchen nicht gänzlich abhanden gekommen ist, diesen auch noch angerufen und informiert. Er erzählte vom heutigen Testflug seiner Jungvögel, der 100 Kilometer nord-westlich von Heidelberg startete und dass er noch auf einige Tiere warten würde. Zumindest wusste er nun Bescheid, dass eine seiner Tauben das Nachtlager bei mir aufgeschlagen hatte.
Zu späterer Stunde begab ich mich zur Nachtruhe. Darauf schien die Taube gewartet zu haben. Denn sobald das Licht ausgeschaltet war, steckte sie ihr kleines Köpfchen ins Gefieder und entglitt schnurstracks in Morpheus Lande.
Am nächsten Morgen wachten wir zeitgleich auf. Ich beobachtete sie eine Weile. Sie begann sich sorgfältig zu putzen. Dann tapste sie in die hingestellten Schalen, aß und trank. Ich schmunzelte und dachte: Wie ein Mensch. Erst die Morgentoilette, dann ein Frühstück. Und dann? Menschen gehen zur Arbeit ... Sie schaute auf die langsam wachwerdende Nachbarumgebung, saß noch einen Augenblick da. Wie friedlich sie aussah ... Dann flog sie davon und mit ihr ein kleines Seufzen meinerseits. Hatte ich das Tier doch liebgewonnen. Ich räumte die Hinterlassenschaften weg und wünschte ihr insgeheim alles Gute für die Heimreise.

Empfindungen zum heutigen Tag

Von Baulärm wurd' ich aufgeweckt,
aus schlechten Träumen aufgeschreckt.
Schmerzen in Kopf und Bauch liefern sich eine Schlacht,
mein Körper ist die K(r)ampfarena, wie scheußlich war die Nacht.

Ich blicke auf den heutigen Tag:
Pflichten, Leistung, Schlag auf Schlag.
Bis in die späten Abendstunden
bin ich an mein Soll gebunden.

Eifer, Mut und Tatendrang,
Ängste, Scheu und Handlungszwang.
Auch wenn ich mich zur Wehr setzte,
am Ende von tausend Fragen steht eine letzte:
Warum?